Astrid Korten, tolino media, Meike Böhm

5 Fragen an… Astrid Korten

Die Thriller-Autorin Astrid Korten veröffentlicht Bestseller am laufenden Band. Außerdem verkaufte sie schon einige Drehbücher an die internationale Filmbranche. Um welches Thema sich ihr neuester Thriller „Poppy“ dreht und wie ihre Werke den Sprung nach Hollywood schaffen, erzählt sie uns in unserem Interview.


Letzte Woche ist brandneu Ihr Psychothriller „Poppy“ erschienen. Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich um Missbrauch dreht. Wie sind Sie zu diesem Stoff gekommen? Hatten Sie eventuell Scheu vor dem Thema?

Nein. Kindesmissbrauch ist ein Thema, das niemals tabuisiert werden darf. Wir müssen dem ein Gesicht geben und das habe ich mit Poppy getan. Insbesondere, weil immer wieder neue Fälle ans Tageslicht kommen. Der Psychothriller beruht in der Tat auf einer wahren Begebenheit, von der ich während meiner Studienzeit erfahren habe. Damals arbeitete ich in den Semesterferien bei einem Psychiater und stieß per Zufall auf die Patientenakte von „Poppy“, die dort psychologisch betreut wurde. Ich war so entsetzt über diese Entdeckung, weil der Missbrauch in meiner unmittelbaren Nähe stattfand und ich Poppy schon als Kind kannte. Ich habe mit Poppy die Grundschule besucht. Sie war ein humorvolles Mädchen (nur in der Schule). Mit ihr spielen durfte ich allerdings nicht, weil ihre Eltern das nicht erlaubten. Poppy durfte mit niemandem nach der Schule spielen oder Kontakt haben. Ich erinnere mich noch, wie komisch ich (und meine Freundinnen) das fanden. Es war ein seltsames Gefühl vor einer Haustür zu stehen, die stets verschlossen war.

 

Sie nehmen in diesem Roman die Perspektive eines kleinen Mädchens ein. Haben Sie das als leicht empfunden oder war es eine Herausforderung zu Beginn?

Das war ziemlich schwierig, zumal ich Poppy kenne und wir noch heute in Kontakt stehen – ja, es war in emotionaler Hinsicht eine echte Herausforderung. Die Sprache den verschiedenen Altersstufen anzupassen – 6, 7, 10, 13 und 14 Jahre – ist mir nicht besonders schwer gefallen, da zwei hervorragende Lektoren mich begleitet haben. Nachdem der Roman fertig war, habe ich immer wieder an Poppy gedacht, insbesondere wenn ich ein gleichaltriges Kind auf der Straße sah. Der Roman hallt unglaublich nach. Die ersten Rezensionen bestätigen das auch. Ich habe beim Schreiben teilweise selbst geweint. Und gelacht, weil Poppy in der Grundschule einen besonderen Blick auf die Erwachsenenwelt hatte. Das war oft zum Schreien komisch. Nur durch den Humor, der allerdings nie im Widerspruch zu den erschütternden Begebenheiten, die Poppy ertragen musste, steht, konnte ich dieses Buch schreiben.

 

Credit: Astrid Korten

Das Drehbuch zu „Poppy“ wurde vor kurzem bereits nach Hollywood verkauft. Können Sie uns mehr dazu erzählen und wie dieser Deal zu Stande kam?

Ich schreibe oft zuerst ein Drehbuch (englisch) und schicke es meinem Agenten in Los Angeles. Er verfügt über gute Kontakte und hat bereits mehrere Drehbücher vermittelt. Im Herbst erscheint im Piper-Verlag ein Thriller, der ebenfalls vermittelt wurde. Tim Robbins wurde durch das Piper-Manuskript auf mich aufmerksam. Den Grund darf ich noch nicht nennen. Tim hat auch Poppy gelesen und war begeistert. Einige Tage später hat mein Agent das Drehbuch (nicht die Option) verkauft. Man darf gespannt sein, wie dieses schwierige Thema umgesetzt wird.

 

Haben Sie Tipps für andere SelfpublisherInnen, die sich ebenfalls an eine Literaturagentur wenden wollen, um ihren Büchern eine weitere Verbreitung zu verschaffen?

Eine gute Literaturagentur ist heute im Buchmarkt unerlässlich. Gute Stoffe aufgreifen, Manuskripte unbedingt lektorieren lassen, sofern man selbst publiziert, darauf achten, was der Markt verlangt, den Buchhandel berücksichtigen, Social-Media-Kanäle informieren, und … an sich glauben. Tolino media hilft Autoren ebenfalls kompetent. Das Team ist besonders qualifiziert.

 

Sind für die Zukunft schon weitere Bücher geplant und wollen Sie uns vielleicht verraten, in welche Richtung Ihr nächstes Projekt gehen wird?

Ich habe mehrere Projekte in der Pipeline. Tolino media hat ja für Februar 2020 eine große Aktion mit meinem neuen Werk geplant und auch darauf freue ich mich. Hier geht es um einen Mordfall (Cold Case), der noch einmal recherchiert wird. Dann arbeite ich derzeit einen Plot mit einem Großkonzern aus. Darüber darf ich noch nichts sagen, aber es geht 2020 spannend weiter.
Ich möchte an dieser Stelle, meinen LeserInnen für ihre Treue herzlich danken. Ebenfalls dem Team von tolino media. Ihr seid fabelhaft!


Mehr zu Astrid Korten findet ihr in unserem Interview mit ihr als unsere Autorin des Monats oder auf ihrer Website!

Laura Kühbauch

Laura Kühbauch studierte Vergleichende Literaturwissenschaften und Spanisch. Bei tolino media ist Laura als Junior Author Relations Managerin für Social Media, Blog und Newsletter sowie Support für Autorinnen und Autoren zuständig. In ihrer Freizeit geht sie mit ihrem Beagle spazieren und versucht ihr Manieren beizubringen.
Laura Kühbauch

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