Schreibcoach Ellen Rennen

Warum ihr einen Schreibcoach braucht

Von Lektorat haben alle AutorInnen schon etwas gehört. Aber wisst ihr auch, was ein Schreibcoach macht? Lektorin und Schreibcoach Ellen Rennen von Texpertin erklärt uns im Interview, wo der Unterschied liegt, was einen guten Schreibcoach ausmacht und was ihre liebste Erfahrung bisher war. 

Neben Lektorat und Korrektorat bietest du auch Schreibcoaching an. Worin unterscheiden sich diese drei Dinge?

Beim Lektorat und Korrektorat steht das Manuskript im Mittelpunkt. Es wird gemeinsam von LektorIn und AutorIn fit für die Veröffentlichung gemacht. Während im Korrektorat Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehler behoben werden, geht es beim Lektorat um Handlung, Spannungsbogen, Dialoge und vieles mehr. Beides geschieht am „fertigen“ Text. Ein Lektorat und Korrektorat ist bei jedem Manuskript sinnvoll, AutorIn und LektorIn arbeiten also – wenn die Chemie stimmt – viele Jahre miteinander.

Beim Schreibcoaching sind der Autor und seine Bedürfnisse der Maßstab. Der Coach geht auf die Wünsche des Autors ein und arbeitet mit ihm an einem spezifischen Problem oder Thema. Das passiert meist während des Schreibprozesses. Ziel ist hier, dass der Autor sein Schreibthema irgendwann ohne den Coach bearbeiten kann.

Was macht einen guten Schreibcoach überhaupt aus?

Ein guter Schreibcoach geht auf das Anliegen des Autors ein und hilft ihm, sein Schreibproblem zu lösen oder seine Schreibkompetenz zu erweitern. Dabei richtet er sich ganz nach dem Autor und gibt ihm Hilfe zur Selbsthilfe. Ein guter Schreibcoach macht sich also so früh wie möglich überflüssig. 😉 Das gelingt ihm, indem er die Stärken und Fähigkeiten des Autors durch das passende Handwerkzeug oder Übungen erweitert.

Und für welche AutorInnen ist Schreibcoaching interessant?

Ein Schreibcoaching ist dann sinnvoll, wenn eine Begleitung während des Schreibprozesses gewünscht wird. Wer sich beim Schreiben seines Buchs verzettelt oder wegen einer Blockade nicht weiterkommt, ist bei einem Schreibcoach gut aufgehoben. Das kann sowohl für Schreibanfänger als auch Profis interessant sein. Durch die intensive Betreuung lernt der Autor verschiedene Schreibtechniken kennen, steigert seine Fähigkeiten und weiß später auch in schwierigen Phasen, was zu tun ist.

Wie läuft ein Schreibcoaching ab?

In einem ersten Gespräch bespricht der Autor sein Anliegen mit dem Coach. Gemeinsam überlegen sie, welchen Schwerpunkt die Zusammenarbeit haben soll und wie diese aussehen kann. Dieses „Beschnuppern“ ist unheimlich wichtig, weil für ein erfolgreiches Coaching die Chemie zwischen AutorIn und Coach stimmen muss.
Am besten ist natürlich ein Coaching vor Ort, der persönliche Kontakt erleichtert die Zusammenarbeit. Wenn das nicht möglich ist, geht natürlich auch eine Beratung per Telefon oder Skype. Ein Coaching per Mail ist eher schwierig, wäre aber als Unterstützung denkbar. Den Abstand zwischen den einzelnen Terminen gibt der Autor vor und es kann auch jedes Mal neu verhandelt werden, ob eine Fortführung gewünscht ist. Eine Coachingeinheit dauert eine bis maximal zwei Stunden.

Wie kann man Schreibcoach werden und warum hast du dich dafür entschieden?

Leider gibt es keine anerkannte Ausbildung zum Schreibcoach. Das erschwert AutorInnen natürlich die Suche nach einem kompetenten Schreibpartner. Es gibt jedoch Fortbildungen und Seminare. Ein abgeschlossenes Studium (gerne natürlich Germanistik) und den passenden beruflichen Hintergrund sollte der Schreibcoach vorweisen können.
Als Lektorin habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht, dass AutorInnen sich Unterstützung beim Schreibprozess wünschen. Also etwas, das über die reine Textarbeit beim Lektorat oder Korrektorat hinausgeht. Es bot sich also an, mit AutorInnen an der Entwicklung zu arbeiten und sie dabei zu unterstützen, ein wundervolles Buch zu schreiben. Mir macht die Arbeit mit Text und Mensch jede Menge Spaß. Kein Manuskript und kein Autor ähneln sich, was die Zusammenarbeit abwechslungsreich und spannend macht.

Was war deine bisher schönste Erfahrung als Schreibcoach?

Eine Hobbyautorin hat durch das Coaching endlich wieder Freude daran gefunden, ihr Manuskript zu bearbeiten, war motiviert und verbesserte im Laufe der Zeit ihre Schreibkompetenz erheblich. Diese Entwicklung zu begleiten, war eine wunderbare Erfahrung.

Ellen Rennen rutschte schon während ihres Magisterstudiums in Germanistik und Psychologie in die Lektorenrolle, durch die sie ungehemmt ihre Buchleidenschaft ausleben kann. Die individuelle Arbeit mit Autoren und ihren Manuskripten steht für sie im Mittelpunkt. Ihre jahrelange Erfahrung frischt Ellen Rennen mit Weiterbildungen auf. Inzwischen ist sie auch im Team der Textehexe aktiv oder auf Instagram (texpertin) zu finden.

www.texpertin.de
https://www.textehexe.com/buch-schreiben-lernen/

Laura Kühbauch

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.