Autor des Monats: Chris Karlden

Thriller-Spannung pur! Chris Karlden ist unser Autor des Monats und verrät uns, wie ihm die Inspiration für seinen neuesten Roman per Facebook geliefert wurde und was die juristische Arbeitsweise mit dem Schreiben von Krimis zu tun hat.


Inwiefern hilft dir dein Beruf als Jurist dabei Krimis zu schreiben? Kannst du aus Erfahrungen aus dem Berufsleben schöpfen?

Bereits während meines Studiums habe ich von Kommilitonen und Freunden des Öfteren zu hören bekommen: Du und Jura, das beißt sich doch, du bist doch eher der kreative Typ. Tatsächlich habe ich das auch selbst jahrelang geglaubt. Doch irgendwann habe ich erkannt, dass Rechtsanwendung durchaus auch kreativ sein kann und dass es dabei sogar Parallelen zum Schreiben eines Thrillers gibt. Gerade das im Studium erlernte analytische Denken und die später im Beruf nötige Bereitschaft zur Suche nach erfolgreichen Lösungen in scheinbar aussichtslosen Fällen, sind Fähigkeiten, die mir beim Schreiben nützlich sind. Schließlich bringe ich meine Helden ständig in schlimme Situationen, aus denen ich ihnen möglichst einfallsreich wieder heraushelfen muss. Um einen rechtlichen Anspruch zu begründen oder abzuwehren, darf ich zuweilen auch ideenreich sein, denn vieles ist Auslegungssache und oftmals ist ein Sachverhalt, den es rechtlich zu bewerten gilt, nicht so eindeutig, wie es anfangs den Anschein hat. Und am Ende ist wichtig, dass die Argumentationskette schlüssig und glaubwürdig ist. Eben ganz wie im Thriller. Da ich mich beruflich nur marginal mit dem Strafrecht befasse, schöpfe ich für meine Romane inhaltlich nicht aus Erfahrung. Es ist juristische Arbeitsweise, die mir beim Schreiben hilft.

 

Du hast als Selfpublisher begonnen, dann drei Romane in Verlagen veröffentlicht, bist dann aber doch wieder zu deinen „Wurzeln“ als Selfpublisher zurückgekehrt. Wie kam es dazu?

Mein erster im Selfpublishing veröffentlichter Thriller „Monströs“ wurde im Jahr 2012 zu einem Bestseller, was mir den Weg zu einer renommierten Literaturagentur und in die Verlagswelt geebnet hat. Damals war ich im Buchgeschäft noch unerfahren, aber eigentlich ahnte zu dem Zeitpunkt noch niemand, was im Selfpublishing einst möglich sein würde und welch hohen Stellenwert es bis heute erreichen würde. Meine Vorstellung vom Schriftstellerdasein war daher damals noch entsprechend antiquiert. Ich wollte, dass meine Bücher in den Regalen der Buchhändler stehen und dachte, wenn ich es schaffe, einen der raren Programmplätze bei einem Publikumsverlag zu ergattern, sei das Ziel vom Schreiben leben in greifbare Nähe gerückt. Doch meine Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Relativ wenige Buchläden haben meine Verlagsbücher zur Auslage gebracht. Dies obwohl ich davon überzeugt bin, dass diese qualitativ das Potenzial gehabt hätten, auch im Buchhandel durchzustarten. Mein Eindruck ist, dass Verlage heutzutage in der Regel nur die Bücher intensiv bewerben, deren Autoren ohnehin schon Bestsellerautoren sind. Bei den restlichen Büchern im Verlagsprogramm hofft man hingegen, sie mögen sich sozusagen per Zufall von selbst zu eben jenen Bestsellern entwickeln. Das gleicht einem Lotteriespiel und ich bin nicht geneigt, den Erfolg meiner Bücher einer gegen Null tendierenden Gewinnchance zu überlassen.

Da nehme ich mein Glück doch lieber selbst in die Hand, womit wir beim Selfpublishing wären. Als mir der Verlag für mein Manuskript „Das Medikament“ keine besseren Konditionen, sprich Spitzenmarketing und höheren Vorschuss anbot, als bei den vorhergehenden Büchern, habe ich das Angebot dankend abgelehnt und beschlossen, dieses Buch wieder im Selfpublishing zu veröffentlichen. Gleichzeitig bedeutete dies das Ende meines Agenturvertrages, denn diese wollte mich aufgrund meiner Entscheidung fürs Selfpublishing nicht mehr vertreten. Wenn man so will, habe ich alles auf eine Karte gesetzt, denn „Das Medikament“ ist stilistisch und inhaltlich sicherlich kein Mainstream und mir war klar, dass es die Meinung der Leser spalten könnte. Es hätte gewaltig daneben gehen können. Dann hätte ich vermutlich schweren Herzens den Traum vom professionellen Schreiben aufgegeben. Zumindest hatte ich vor der Veröffentlichung insgeheim diese innere Vereinbarung mit mir selbst getroffen.

Aber ich hatte einen festen Glauben an dieses Manuskript und mein Mut wurde belohnt. „Das Medikament“ ist mein bisher mit Abstand erfolgreichstes Buch. Im Moment bin ich mit dem Selfpublishing sehr glücklich und sehe keine Veranlassung zu einem Verlag zu wechseln. Ich merke deutlich, dass es mir mehr Freude macht, alles selbst in der Hand zu haben. Von der Auswahl des Covers bis zu den Marketingplätzen, die ich bestücken möchte und die tägliche Übersicht über die Buchverkäufe. Durch die volle Kontrolle über den gesamten Herstellungsprozess fühle ich mich mit meinen Büchern noch stärker verbunden. Ich genieße diese Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen wirklich sehr und möchte sie nicht mehr missen.

 

Der dritte Band der Speer-und-Bogner-Reihe erscheint bald. Willst du uns ein bisschen etwas zu „Der Totenrächer“ erzählen bzw. verraten?

Oh ja, sehr gerne. Ich mag die neue Geschichte mit Speer und Bogner wirklich sehr und das Cover ist schon jetzt, neben dem von „Das Medikament“, mein persönliches Lieblingscover. Meinen Newsletter-Abonnenten, die von mir regelmäßig exklusives Vorabmaterial erhalten, habe ich es schon gezeigt und bald werde ich es wohl auch auf Facebook präsentieren. Oftmals kann ich im Nachhinein gar nicht mehr so genau sagen, wie ich auf die Idee zu einem Buch gekommen bin. Bei „Der Totenrächer“ ist das anders.

Die Inspiration zu diesem Thriller kam mir aufgrund eines Facebook Beitrags, der mein Gedankenkarussell in Gang setzte. Darin warf jemand einem Autor vor, verantwortungslos zu sein, da er mit seinen Büchern seine eigenen Gewaltfantasien in die Köpfe anderer Menschen pflanzen würde. Als ich dies las, stellte sich mir die Frage: Was wäre, wenn jemand durch den Konsum von gewalttätigen Inhalten in Filmen, Videospielen und Büchern zum Mörder werden würde? Welche Kette von Ereignissen könnte dies auslösen? Herausgekommen dabei ist »Der Totenrächer«. Wie immer soll das Buch in erster Linie durch Hochspannung, überraschende Wendungen und Action für ein unterhaltsames Lesevergnügen sorgen. Aber er beschäftigt sich auch mit dem aktuellen und ernsten Thema Mediengewalt. Obwohl „Der Totenrächer“ der dritte Teil der Reihe ist, kann er unabhängig von den anderen Büchern gelesen werden, da es sich um eine in sich abgeschlossene Geschichte handelt. Das Buch wird Ende Mai 2020 als eBook für den tolino erscheinen.

 

Du beschreibst das Schreiben eines Thrillers als noch intensivere Beschäftigung mit der Geschichte als das Lesen und siehst dich als Gast in der Geschichte deiner Figuren. Kannst du uns noch mehr über diese Erfahrung beim Schreiben erzählen?

Als Autor erfinde ich Geschichten, Welten und Figuren, die für eine lange Zeit nur in meinem Kopf existieren und die dort fortwährend exaktere Gestalt annehmen. Das kann man sich wie einen Film vorstellen, bei dem ich Drehbuchautor, Szenenausstatter, Kameramann und Regisseur in einer Person bin. Beim Schreiben ist es, als würde ich das Geschehen als unsichtbarer Beobachter miterleben. Als Autor verbringe ich sehr viel längere Zeit in und mit meinem Roman, als beim Lesen. Dies sorgt für einen noch tieferen Sog in die Geschichte. Dabei ist mir nicht immer klar, was als nächstes geschieht. Die Geschichte beeinflusst die Figuren, aber diese eben auch umgekehrt die Geschichte. Oft stehe ich an Weggabelungen und die Figur entscheidet – entgegen meiner ursprünglichen Planung – wie es weitergeht. Diese Art von Tiefe meine ich, die mich beim Schreiben fasziniert. In der Zeit des Schreibens ist die Geschichte ein allgegenwärtiger Teil von mir. Wenn der Protagonist in der Klemme steckt, scheint er mir wie ein guter Freund zuzurufen, dass ich ihm bitte irgendwie da heraus helfen soll. Dadurch bin ich zwangsläufig ein Mitgefangener des Geschehens. Ende unter einen Roman zu schreiben, bedeutet Abschied von all dem zu nehmen. Einerseits ist das erleichternd, andererseits erfüllt es mich mit Wehmut.

 

Welcher ist dein Lieblings-Social-Media-Kanal? Oder welcher funktioniert am besten für dich und deine Fans?

Ich mag am liebsten Facebook. Die Kommunikation mit meinen Fans und deren Feedback auf meine Bücher sind mir sehr wichtig. Ich habe zwar auch einen Instagram-Account, aber irgendwie zieht es mich dort noch nicht so sehr hin. Ich denke, weil mir eine Plattform einfach reicht. Ich fokussiere mich gern und fühle mich wohler, der herrschenden Informationsflut nur dann etwas hinzuzufügen, wenn es in meinen Augen einen gesteigerten Unterhaltungswert bietet. Ich will ja niemanden langweilen. Daher poste ich eher selten, und wenn, dann meist Humorvolles, das mir im Alltag begegnet ist, oder etwas, das mit meinen Büchern zu tun hat. Da Facebook ja schon lange nicht mehr allen Freunden und allen Seitenfans sämtliche meiner Beiträge anzeigt, empfehle ich jedem, der keins meiner Bücher verpassen möchte, meine Homepage zu besuchen und sich dort für meinen Newsletter anzumelden. Damit ist man dann informationsmäßig auf der sicheren Seite und erhält ein paar Mal im Jahr meine Top News direkt ins eigene E-Mail-Postfach.

 

Warum hast du dich für tolino media entschieden?

Es nicht zu tun, würde bedeuten, potenziell mehr als vierzig Prozent aller deutschsprachigen E-Book-Konsumenten außen vor zu lassen und ihnen meine Bücher nicht zum Lesen anzubieten. Da ich mir als Autor wünsche, möglichst viele Menschen mit meinen Werken zu erreichen, wäre das kontraproduktiv.
tolino media bietet dabei eine einfache, effektive und kostenlose Möglichkeit meine eBooks über ein einziges Portal an alle Online-Shops der tolino-reader-Anbieter zu übermitteln. Mit einem professionell erstellten Buch hat man zudem die Chance kostenfrei Marketingplätze zu bekommen, die dann wiederum für mehr Sichtbarkeit in den Shops sorgen. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Team von tolino media hat es mein zweiter Speer-und-Bogner Thriller „Der Totensäer“ in die Top 100 der Thalia Bestsellerliste geschafft und hält sich dort als Selfpublishing-Titel seit Monaten neben den Verlagsbestsellern. Die überaus netten und kompetenten tolino-media-MitarbeiterInnen stehen für Fragen, deren Antworten sich nicht aus der FAQ-Liste ergeben, gerne zur Verfügung. Rundum ist das ein großartiger Service.


Weitere Informationen zu Chris Karlden und seinen Büchern findet ihr auf seiner Website, auf Facebook und in seinen Newslettern.

Laura Kühbauch

Laura Kühbauch studierte Vergleichende Literaturwissenschaften und Spanisch. Bei tolino media ist Laura als Junior Author Relations Managerin für Social Media, Blog und Newsletter sowie Support für Autorinnen und Autoren zuständig. In ihrer Freizeit geht sie mit ihrem Beagle spazieren und versucht ihr Manieren beizubringen.
Laura Kühbauch

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