Schriftzug: Women in Horror Month vor einem blutigen Handabdruck und Blutspritzern

Frauen im Horror-Fieber

Es ist endlich soweit. Wir feiern diesen Monat die „Women in Horror“! Schrecklich-schaurige Autor*innen bekommen in diesem Monat die Aufmerksamkeit, die sie verdient haben. Begleitet uns in den Horror-Monat!

Weil uns klar ist, dass manche Cover triggernd sein könnten, hier eine kurze Warnung: CN: Dargestellte Verwesung


Entstehungsgeschichte

Wie in vielen anderen Bereichen auch, ist die Arbeit von Frauen in dem Genre Horror immer noch relativ unsichtbar. Wenn man an Frauen im Horror Genre denkt, dann kommt vielleicht Mary Shelley mit „Frankenstein“ oder Shirley Jacksons „The Haunting of Hill House“ in Erinnerung. Aber wie viele lebende Horrorautorinnen fallen uns ein?

Dieser Monat soll diesen Frauen den Platz in der Öffentlichkeit geben, den sie verdienen. Deshalb soll man die Klassiker natürlich nicht vergessen. Aber der Fokus sollte sich in diesem Monat auch auf die Frauen richten, die noch aktiv in diesem Genre schreiben. Es soll ja nicht der Anschein erweckt werden, dass es gute Horrortitel von Frauen nur im 19. Jahrhundert gegeben hat.

Weil das an manchen Stellen noch so ist haben wir uns auf die Suche begeben und zwei wundervolle Autorinnen für euch gefunden! Taucht also mit uns ein und erkundet die Welt des Horrors.

Wir fragten Tanja Hanika und Nicole Siemer:

Warum hast du dich für das Horror Genre entschieden?

 

Das Cover des Titels "Gib ihn zurück" von Nicole Siemer. Es ist blau gehalten und zeigt eine Person in der Ferne, die an einem Gewässer steht. Die Szene wird durch Nebel abgerundet.
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Nicole Siemer:

„Ganz einfach: Weil Horror herrlich ist! 😄 Kaum ein anderes Genre ist so vielschichtig. Angst und Grusel lassen sich nicht bloß mit Blut und fliegenden Gedärmen erzeugen, sondern mindestens genauso gut – wenn nicht besser – durch das Reizen der Sinne. Ein Knacken oder Knarren, das Gefühl beobachtet zu werden, eine Gestalt, die regungslos in der dunkelsten Ecke deines Zimmers verharrt, der Gestank von Fäulnis …“

„Ich zum Beispiel liebe besonders den psychologischen Horror, in dem gar nicht immer klar ist, ob nun wirklich ein Monster unter meinem Bett lauert oder sich doch alles nur in meinem Kopf abspielt.
Mich fasziniert die Angst vor dem Unbekannten. Das schon als kleines Kind. Deswegen habe ich bereits in der Grundschule angefangen, Geistergeschichten zu schreiben (und auch heimlich Horrorfilme zu schauen – aber das ist eine andere Geschichte😄).“

 

Nicole Siemer wurde 1991 in Papenburg (Emsland, Niedersachsen) geboren. Seit dem Abschluss ihres Belletristik-Fernstudiums an der Schule des Schreibens 2017 widmet sie sich in erster Linie unheimlichen Geschichten mit philosophischem Einschlag. Nebenbei schreibt sie Kurzgeschichten, die sie auf ihrem Blog kostenlos zur Verfügung stellt.

 

Das Cover des Titels "Ich verwese" von Tanja Hanika. Grau gehalten. Das zur Hälfte verfaulte Gesicht einer Person ist zu sehen.
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Tanja Hanika:

„Bei mir gab es nie etwas anderes. Seit ich mit acht Jahren die Kinderausgabe von Stokers „Dracula“ in einer Bücherei aufgestöbert habe, bin ich dem Horror verfallen. Ich schätze nicht nur die Atmosphäre, die Gruselgeschichten erzeugen können, sondern auch die vielen Twists, die üblicherweise vorkommen. In diesem Genre ist alles möglich und man weiß nie, was einen auf der nächsten Seite erwartet.“

„Zudem ist Horror unglaublich vielseitig, obwohl viele leider meinen, es ging nur um Blut und Gewalt. Im Gegenteil! Es gibt viele Subgenres, beispielsweise „sanfte“ Psychohorrorgeschichten mit subtilen Gruselelementen, die (fast) ohne Blut auskommen. Auch Schauerromane (auch gothic horror) ist recht dezent, was Gewalt angeht, besticht aber durch ein historisches Setting, Geheimnisse und viel Mysteriöses. Erst in Splatter-, Slasher- oder Monsterhorrorbüchern kann man davon ausgehen, dass es ordentlich blutig wird. Anatomisch oft durchaus interessant! ^^ Darüber hinaus gibt es unzählige Arten von Antagonisten, die für mich meistens das Spannendste in den Romanen sind: Von Geistern über Killer und Psychopathen bis hin zu verschiedensten Monstern (Werwölfe, Zombies, Hexen, u.v.m.) oder besessenen Gegenständen ist alles denkbar.“

„Horror ist also für mich nicht nur Stoff für Albträume. Er bietet seinen Leser*innen auch die Möglichkeit, mit den Protagonist*innen gemeinsam über sich hinauszuwachsen. Während die Figuren um ihr Überleben kämpfen müssen, können die Leser*innen viel über sich selbst, vielleicht sogar über eigene Abgründe, erfahren.
Wie könnte man sich bei all dem nicht für Horror entscheiden? ^^“

Tanja Hanika ist Autorin von Horror- und Schauerromanen. Geboren wurde sie 1988 in Speyer, studierte in Trier Germanistik und zog anschließend in die schaurig-schöne Eifel, wo sie mit Mann, Sohn und Katze lebt.

Wir wünschen euch viel Spaß mit diesen Titeln und noch einen gruseligen Februar!

 

Shanice Moore
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