Ich bin dann mal weg – wie eine Zugfahrt meinem Autorenleben frischen Fahrtwind inklusive Sturmböen verpasste

Mein Name ist Dany R. Wood und ich schreibe Reise- und Comedy-Romane. Am Liebsten weit weg von meiner Wohnung in München und fliege dann nach Australien, Südafrika, Spanien oder Thailand. Wegen Inspiration, abschalten und all dem Quatsch, den man sich als Autor in der Ferne erhofft. Doch ausgerechnet eine Fahrt im ICE von München nach Frankfurt veränderte  mein Autorenleben. Zwanzig Fahrgäste der zweiten Klasse gaben Feedback zu meinem ersten Buch und stellten damit meinen Debütroman gehörig auf den Kopf. Aber sowas von!

Wenn das erste Buch eines Autors fertig ist, kreist ein Gedanke wie eine Schmeißfliege um den Kopf: Wie werden die Leser die Geschichte finden? Sind auch hoffentlich keine Logikfehler enthalten? Werde ich gute Rezensionen erhalten? Und viele weitere Fragen lassen schlaflose Nächte zum Alptraum werden – ich weiß wovon ich schreibe.
Damit man nicht komplett ins offene Messer der knallharten und oftmals rotzeehrlichen Leserschaft rennt, helfen Meinungen von Familie und Freunden einen ersten Eindruck vom Erstlingswerk zu erhalten. Selbstverständlich in der Hoffnung, dass Family-and-Friends-Leser in Lobeshymnen über das Debütwerk sich ergötzen. Wenn nicht, droht bittere Enttäuschung, Kontaktabbruch bis hin zu  Enterbung. Alles schon passiert.

 

Wildfremde Menschen geben die ehrlichsten Feedbacks!

Da ich meine Liebsten mit der Geschichte über eine deutsche Reisegruppe in Sydney nicht nerven wollte, entschloss ich mich für einen eher ungewöhnlichen Weg. Schwerbewaffnet mit einem Stapel Fragebögen betrat ich an einem tristen 9. März 2013 den ICE im Hauptbahnhof München mit dem Ziel Frankfurt. Meine Opfer waren zwanzig bereits lesende Zugreisende im Alter von 20-55 Jahren. Ich gab mich als Markt- und Meinungsforscher (nicht als Autor) aus, um so komplett neutral Rückmeldungen zu »Single.Sex.Sydney« zu erhalten – meine Geschichte, die ich zwei Monate zuvor am Bondi Beach in Sydney beendet hatte.

 

Cover, Titel, Autorenname – alles doof!

Mit meinem zwei-Seiten starken Befragungsformular (nach Rücksprache einer Freundin, die Marktforschung beruflich betreibt) habe ich die Zettel inklusive Kugelschreiber in der zweite Klasse verteilt und höflich um Beantwortung der Fragen zu dem Layout des Covers, dem Titel »Single.Sex.Sydney«, Klappentext und dem möglichen Preis eines Taschenbuchs gestellt. Fazit nach über drei Stunden Zugfahrt: Der Titel sei zu plump und unkreativ. Das Cover gähnend langweilig und zwei Befragte schrieben auf den Bogen, dass der Autorennamen zu langweilig sei – obwohl dies überhaupt keine Frage von mir war.

Lediglich der Klappentext und der Preis von unter zehn Euro für ein Taschenbuch schnitten gut ab.

Etwas enttäuscht, aber auch dankbar für die Offenheit der zufällig Befragten, habe ich in einem verqualmten Internet-Café in Frankfurts Bahnhofsviertel weitere Fragebögen kopiert, um die Rückfahrt für weitere Feedbacks zu nutzen. Könnte ja sein, dass Zugreisende mit Ziel Frankfurt schlechtere Laune hatten, als diejenigen die Bayern ansteuerten. Doch Fehlanzeige, denn das Ergebnis fiel ähnlich aus. Cover und Titel benötigen eine Generalüberholung. Aber sowas von!

 

Szene aus dem Roman kommt auf das Cover!

Noch im März 2013 habe ich mich dann entschieden, mein selbstgebasteltes Cover in professionelle Hände zu geben und einen Cover-Designer beauftragt. Seine Aufgabe war es, eine Szene aus dem Roman illustriert abzubilden. Ich entschied mich für »Limetten retten in Sydney«, da es eine Szene gibt, in dem sich die moppelige Hauptdarstellerin Tina an der Limette ihres Gin Tonics verschluckt und (leider) vom falschen Strandbesucher per Mund-zu-Mund-Beatmung gerettet wird.

Mit dem Gin Tonic, den Limetten und dem Rettungsreifen sowie dem knalligen blau als Hintergrundfarbe wurde alles optimal umgesetzt, so dass der Roman am 1. Juli 2013 im Eigenverlag  »arturo« (benannt nach meinem Großvater) veröffentlich wurde. Meinen Autorennamen habe ich dann doch noch gleich ins englische übersetzt, da gewiefte PR-Berater meinten, dass man mit »Daniel Recktenwald« keine Bücher, sondern höchstens Zeitschriften-Abos an der Haustür verkaufen könne.

 

Buch-Tipp in Zeitungen, Zeitschriften, TV und Radio!

Heute bin ich sehr dankbar, dass mir die Zuggäste die Augen zum Debütroman geöffnet haben und ich dadurch die Chance hatte, alles zu überdenken. Da »Limetten retten in Sydney« prompt als Sommerlektüre in vielen Zeitschriften Buch-Tipp der Woche wurde, hatte ich Lust die Fortsetzungen »Trauben rauben in Kapstadt« und »Zitronen klonen in Barcelona« zu schreiben. Mittlerweile habe ich fünf Bücher veröffentlicht und aktuell schreibe ich an meinem sechsten Roman!
Die Süddeutsche Zeitung titelte im Jahr 2014: »Frechheit siegt« – wobei ich mich nie als frech bezeichnen würde, sondern eher als offensiv, mutig und humorvoll. Die Zugbefragung im ICE hatte mich zum Glück nicht aufs Abstellgleis befördert, sondern auf die Überholspur gebracht. Wer erfahren möchte, wie ich es geschafft habe, dass ich plötzlich in einer ZDF Talkshow saß, bei Vox über den Bildschirm flimmerte oder Buch-Tipp bei vielen Frauenzeitschriften wurde, der ist herzlich zur Podiumsdiskussion bei der Frankfurter Buchmesse zum Thema Autorenmarke eingeladen. Gemeinsam mit Tanja Rörsch von Mainwunder werde ich dort über meine weiteren Erfahrungen, Marketingstrategien und -aktionen sprechen.

»Autorenmarke – wie Sie für Ihre Leser einzigartig werden« mit Dany R. Wood und Tanja Rörsch
Samstag, der 14. 10., um 13:00 Uhr, Selfpublishing Area (Halle 3.0)

 

Wer mehr über mich wissen möchte:

Homepage: www.arturo-verlag.de

Facebook: Dany R. Wood

Instagram: dany_r_wood_comedy_autor

Link zu Thalia: https://www.thalia.de/suche?sq=Dany+R.+Wood

 

Über Dany R. Wood:

Dany R. Wood, Jahrgang 1978, ist Saarländer, studierte in Köln sowie Sydney und lebt heute in München. Vor seiner Autorentätigkeit arbeitete er für eine der größten Krankenkassen und die Deutsche Lufthansa. Dany schreibt Bücher aus den schönsten Ländern der Welt, die er mit seinem Rucksack bereist: Australien, Südafrika, Saarland, Thailand und 2016 auch aus Spanien! Er liebt Gin Tonic, Schwarzwälder-Kirsch-Torte und hat jeden Montagmorgen miese Laune. Aber sowas von! Die Romane von Dany wurden in zahlreichen bekannten Zeitungen, Zeitschriften, TV- und Radio-Sendungen präsentiert und brachten bisher zigtausende Leser zum Schmunzeln. Sein Lebensmotto: „Nimm das Leben nicht so bierernst – trink lieber eins (auch gerne alkoholfrei).

 

Bisher erschienen von Dany R. Wood sind:

1) „Limetten retten in Sydney“ (2013)
2) „Trauben rauben in Kapstadt“ (2014)
3) „Achtung Familienfeier – Betreten auf eigene Gefahr“ (2014)
4) „URLAUB! Wir sind dann mal fort“ (2015)
5) „Zitronen klonen in Barcelona“ (2016)

Gastautor

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