Autor Andreas Hagemann

Autor des Monats: Andreas Hagemann

Fantasy mit einer Prise Humor? Das sind die Bücher von Andreas Hagemann. Lest im Interview, woher er seine Inspiration dafür bezieht und wie er das Selfpublishing im Vergleich zur Veröffentlichung über einen Verlag bewertet.


Du schreibst vor allem humorvolle Fantasy. Plottest du die entsprechenden Elemente, oder kommen der Humor und Witz ganz von selbst beim Schreiben?

Humor ist immer einer Gefühlssache, etwas das bei mir immer spontan aus dem Bauch heraus kommt. Wenn mir witzige oder skurrile Szenen einfallen, dann notiere ich sie natürlich, die Feinheiten in der Geschichte kommen jedoch alle beim Schreiben. Ich mag die Vielschichtigkeit des Humors, vor allem aber die Überraschung, die ihm inne liegt. Deshalb versuche ich ihn vielseitig einzusetzen. Dies können Namen, wie die Hauptwasserader Uri-Nahl und der Antagonist Lu-Ser in „Xerubian“ sein, oder gleich gänzlich völlig schräge Charaktere und Orte.

Ich habe ein Laster für Situationskomik und die Mehrdeutigkeit der deutschen Sprache, was ich immer wieder in Dialoge einfließen lasse. Im ersten Band von „Xerubian“ hatte ich tatsächlich eine Liste mit witzigen Sprüchen, die ich einbauen wollte, heute bringt mein Kopf den Unsinn in Hülle und Fülle von alleine mit.

Hast du humoristische Vorbilder? Und was war das lustigste Buch, das du jemals gelesen hast?

Ein direktes Vorbild habe ich gar nicht. Auch wenn viele meiner LeserInnen mich gerne mit Terry Pratchett vergleichen, käme ich selbst gar nicht auf die Idee. Ich habe mal ein Buch von ihm angefangen und es dann sein lassen, um meinen eigenen Stil zu entwickeln, gleichwohl ich seinen bildlich, skurrilen Humor toll finde.

Eher sind es Filme oder SchauspielerInnen, die mich in der Hinsicht beeinflusst haben. Die „nackte Kanone“-Filme stehen da ganz oben auf der Liste. Ansonsten sind es Bully, mit der „Bully Parade“, aber auch Jim Carrey. Beide sind sehr ambivalent und haben es geschafft vielschichtig witzig zu sein, von flach bis intelligent. Genau diesen Spagat möchte ich in meinen Texten ebenfalls schaffen.

Bei deiner zweiten Reihe „Buchwächter“ steuerst du auch Illustrationen bei. Wie ist hier dein Workflow von der Idee bis zum (virtuellen) Abdruck im Buch und eBook?

Meistens sind es genau diese Bilder, die ich im Kopf habe und in denen ich meine Geschichte einwickle. Was ich anfänglich noch als Extra für die LeserInnen gemacht habe, wurde zu einem immer wichtigeren Element, um die Korrektheit meiner Settings zu überprüfen. Gerade im Fantasy-Genre gehen die eigenen Vorstellungen gerne mit einem durch, wenn man große Welten und pompöse Gebäude durschreitet. Versucht man jedoch das ein oder andere Detail zu betrachten, merkt man plötzlich, dass es so gar nicht funktionieren kann. Genau hier helfen mir erste Skizzen. Packt mich ein Bild stärker, vollende ich es und überlege, ob es das Potenzial fürs Buch hat.

Einige der Szenen überschreiten jedoch mein Zeichentalent, weil sie zu komplex sind, wie Bibliotheken oder gar Figuren. Dann setze ich mich auch gern einmal an den Rechner und gestalte solch eine Szene komplett in 3D. Das habe ich primär in „Buchwächter 2“ gemacht und für mich so ein ganz neues Ausdrucksmittel gefunden. Dennoch haben Zeichnungen eine andere Wirkung, weshalb ich wohl zukünftig wieder mehr in dieser Richtung machen werde.

Für die Einbindung in die Texte sind solche Illustrationen tückisch. Auflösung und Kontrast müssen passen, das ist gerade auf eReadern aber auch für den Druck enorm wichtig. Zudem lassen sie die Dateigröße eines eBooks anwachsen, was im schlimmsten Fall den Verdienst reduziert. Aber das Leuchten in den Augen eines Lesers, wenn man erwähnt, dass das Buch illustriert ist, ist einfach unbezahlbar.

Du hast sowohl im Verlag als auch im Selfpublishing veröffentlicht. Was waren für dich die jeweiligen Vor- und Nachteile? Hast du vielleicht Tipps für AutorInnen, die noch unsicher sind, welcher Weg der richtige für sie ist?

Bevor ich auf den Punkt Selfpublisher oder nicht komme, würde ich gerne etwas anbringen, dass vor solch einer Entscheidung für gewöhnlich zu wenig Beachtung findet. Eine Publikation ist ein Schritt, die das Leben verändert, das eigene, aber auch das anderer. In der Öffentlichkeit sichtbar zu sein, bedeutet, sich seiner Verantwortung als AutorIn bewusst zu sein. Bücher schaffen nicht nur Welten, sondern Meinungen und diese wiederum bringen öffentlich Zuspruch, Kritik und Dialog mit sich. AutorIn sein heißt, sich selbst kontinuierlich zu fordern und seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Wer sich dem nicht stellen kann oder möchte, sollte diesen Schritt sehr gut überlegen.

Aber zurück zur Frage. Als Verlagsautor konnte ich mich zum einen mehr aufs Schreiben konzentrieren, da die eigentliche Veröffentlichungsarbeit anderweitig koordiniert und organisiert wurde. In meinem Fall besaß ich genug Mitspracherecht in der Gestaltung und Umsetzung und hatte so ein tolles Ergebnis, ohne das finanzielle Risiko zu tragen.

Zum anderen war mir dieser Weg jedoch letztendlich zu intransparent. Ein Mal im Jahr Verkaufszahlen zu erhalten, reichte mir nicht, um die Motivation fürs Schreiben dauerhaft hoch zu halten. Zudem braucht es sehr viel Vertrauen, dass diese Zahlen auch stimmen und die notwendigen Aktionen vorgenommen werden, um den steten Absatz sicherzustellen.

Bei mir wurde dieses Vertrauen zu oft enttäuscht. Wer immer diesen sehr soliden Weg gehen möchte, dem kann ich nur empfehlen, den Vertrag entsprechend gründlich zu prüfen. Denn Punkte wie Verlagsreputation, Rechteverwertung, Kündigungsfristen- und Bedingungen, sind um ein Vielfaches wichtiger, als der Paragraph um den Verdienst.

Pro Selfpublishing

Ich war schon immer sehr kreativ und wusste ganz genau was ich wollte. Im Selfpublishing kann ich mich daher voll und ganz nach meinen Vorstellungen austoben und meine Bücher so realisieren, wie ich sie als Leser erleben möchte. Natürlich trage ich so das ganze finanzielle Risiko und muss langfristig planen, aber ich kann die Kosten eines Projektes mit dem richtigen Marketing auch deutlich schneller wieder decken.

Zudem schätze ich den kreativen Austausch mit meinen KollegInnen, mit denen ich aus einem schlichten Text am Ende ein Kunstwerk schaffe. Aber auch der Einblick in Absätze und Umsätze erlaubt mir, meine Bücher ins Gespräch zu bringen, sollten die Zahlen einmal schwächeln. Dieser ganze Mix macht für mich den Reiz am Selfpublishing aus. Zudem professionalisieren sich die SelfpublisherInnen immer mehr.

Ich habe beispielsweise mein eigenes Label „AH Publishing“ gegründet, um genau das stärker in den Fokus zu rücken. Ich wirke so wie ein Verlag, bin aber keiner und habe auch so den bürokratischen Rattenschwanz dahinter nicht.

Wie immer man sich entscheidet, wichtig ist, dass es Spaß bereitet, Frust und Freude sich die Waage halten und man das finale Buch feiert, als wäre es das Einzige auf der Welt. Denn am Ende geht es einzig darum, die Zeit der LeserInnen bereichert zu haben.

Warum hast du dich für tolino media entschieden?

Wer mehr Zeit zum Schreiben haben möchte, der wird eine einfach zu bedienende und transparente Plattform zu schätzen wissen. Genau diese Einfachheit, bei großer Kontrolle, ohne an den Möglichkeiten einer Veröffentlichung zu sparen, sind für mich die Hauptgründe tolino media zu nutzen.

Zusätzlich profitiere ich von einer persönlichen Betreuung, einem schnellen Support und zahlreichen kostenfreien Marketingaktionen. Das ist einmalig am Markt. Darüber hinaus, bietet tolino media AutorInnen aber auch eine Plattform, auf Messen ihr Wissen im Rahmen von Vorträgen zu teilen. Wann immer man Hilfe oder Rat benötigt, seid ihr für uns AutorInnen da und zwar persönlich. Und sind wir mal ehrlich, wir haben einfach auch sehr viel Spaß auf den Buchmessen zusammen.


Weitere Informationen zu Andreas Hagemann und seinen Büchern findet ihr auf seiner Website, Twitter, Facebook und Instagram.

 

Unsere Autorin des Monats im Mai: Andrea Instone

Laura Kühbauch
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