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5 Fragen an… Anni Bürkl

Als AutorIn braucht man hin und wieder eine helfende Hand. Genau diese reicht Anni Bürkl, die als Lektorin und Beraterin tätig ist. Wir haben ihr 5 Fragen zu ihrer Arbeit gestellt.

 

Du bist Lektorin, Autorenberaterin und gibst Schreibseminare. Wie genau unterscheiden sich diese Aufgaben und wann genau sind sie für AutorInnen relevant?

Wie unterscheiden sich Autorinnen und Autoren? 😉 Aber im Ernst – ja, ich kann entgegenlautender Meinungen ab und zu ernst sein!

Als Lektorin konzentriere ich mich auf den Inhalt.  Ich gehe den ganzen Text / das Manuskript durch, den ich im Auftrag lektorieren soll. Dabei mache ich zwei Dinge:

  • Ich prüfe den Aufbau einer Geschichte, ob die Figuren sympathisch wirken, ob die Spannung gegeben ist, sodass man weiterlesen und den Roman am Ende möglichst weiterempfehlen will.
  • Ich schlage Änderungen in Bezug auf den sprachlichen Ausdruck oder/und die Verständlichkeit vor.

Ich schreibe allerdings kein Manuskript selbst um und ich kann auch keines retten oder zum Erfolg schreiben. 😉

Dabei gleich ein Schreibtipp organisatorischer Art: Ich empfehle immer – aber das wollen die wenigsten hören – sich für die möglichen Änderungen und Aufgaben nach dem ersten Durchgang eines Lektorats Zeit zu lassen. Genug Zeit und Hirnschmalz für Ideen bei der Überarbeitung machen Geschichten um vieles besser! Gerade Debüt-AutorInnen glauben, ohne Lektorat auskommen zu können. Dadurch kann man sich den Ruf gleich von Anfang an zerstören. Und dann wundern wir uns, wenn jemand danach die Lust am Schreiben verliert (selten) oder das Buch zum Ladenhüter wird (häufig). Dabei biete ich ein Lektorat für Exposé und 50 Normseiten Leseprobe um 484 Euro – für eine Reise geben die meisten von uns deutlich mehr aus. Nach diesem Lektorat kann die AutorIn gut selbst weiter (über)arbeiten!

Das leitet schon gut zu meiner Aufgabe als AutorInnenberaterin über. Dabei geht es um allgemeine Fragen und strategische Überlegungen: Wie baust du deine AutorInnenkarriere am besten auf, von Anfang an oder mittendrin, z.B. in einer Krise? Wie soll es dann weiter gehen? Manche wollen allgemeine Einschätzungen zu einer Romanidee, einem Genre, zur Veröffentlichung eines (zumindest vermeintlich) fertigen Roman oder dazu, wie oft man ein neues Buch rausbringen soll. Ist ein kleiner, ein großer Verlag oder Selfpublishing die beste Wahl? Wie sollte man als AutorIn geeicht sein, um Selfpublishing erfolgreich handzuhaben?  Im Inland oder auch im Ausland? Einige wollen Hilfe beim hochgeheimen (oder doch nicht?) Rezept zum erfolgreichen Exposé. Selten helfe ich auch bei Klappentexten und Autorenvita. Ich schreibe, veröffentliche und arbeite seit 2001 in der Branche: Ich weiß daher, welcher Text bei den LeserInnen zieht und welcher ein Rohrkrepierer sein wird. Immer wieder geraten Schreibende auch in eine Krise und wissen nicht, wie der Weg weiter geht. Da greife ich ein 😉 und stelle Fragen. Meist kommen wir schnell auf die Ursache – und danach auch auf Lösungen.

Gern helfe ich von Anfang an bei der Positionierung als AutorIn, weil man vieles vorab verbessern und so noch mehr Bücher verkaufen kann. Was kann der/die Schreibende am besten schreiben? Wie bekommen wir das gut verkauft? Manchmal reden wir auch über Genrewechsel und wie man das am besten angeht, damit dieser erfolgreich wird.

 

Wie genau läuft eine AutorInnenberatung mit dir ab?

Stichwort reden: Meist findet die Beratung persönlich oder telefonisch statt, manchmal auch schriftlich per Mail. Beides geht gleichermaßen gut und ist Typfrage. Die jeweiligen Themen und Fragen besprechen wir im Erst“gespräch“ (geht auch per Mail), oft lese ich dann Text und Exposé/Inhalt, und wir sprechen oder mailen danach über alles Weitere.

Eine Stunde kostet 85 Euro, die fünfte Stunde verschenke ich.

 

Welche Fragen hörst du von deinen AutorInnen am meisten und was sind deine Antworten darauf?

Wie finde ich einen Verlag? Mit einem guten Roman! Es hilft, wenn das Genre gerade angesagt oder, noch besser, im Kommen ist.

Wie verkaufe ich mehr Bücher? Mit einem guten Roman. 😉 Und mit sehr viel Marketing. Am besten eines, das man selbst nur anzustoßen braucht, weil das Buch so gut ist, dass es weiterempfohlen wird!

Warum kaufen die Leute meine Bücher nicht? Siehe meine bisherigen Antworten.

 

Was sollten AutorInnen wissen, bevor sie sich an dich wenden?

Ja, ich koste Geld. Und ja, ich bin mein Geld wert – wenn die AutorIn mitarbeitet, also an sich und ihrem Text arbeitet.

Kritikfähigkeit ist Grundvoraussetzung, um eine hervorragende AutorIn zu werden und ein überzeugendes Buch zu schreiben. Das ist nicht die einzige Voraussetzung, aber ohne geht es nicht. Niemand ist als MeisterIn des Schreibens vom Himmel (oder von Pegasus‘ Rücken) gefallen.

 

Wie erreicht man dich, wenn man mit dir zusammenarbeiten möchte?

Ihr könnt euch auf meiner Homepage weiter schlau machen darüber, wie ich euch beim Schreiben und Publizieren unterstützen kann. Dort steht auch das Kontaktformular – ich checke meine Mails regelmäßig. 🙂

 

Martina Raschke

Martina Raschke, eigentlich Archäologin und Medienwissenschaftlerin, widmet sich seit ihrem Studienabschluss der Herstellung von Büchern. Nach Jahren in der Landesdenkmalpflege und einem IT-Fachverlag ist sie nun Author Relations Managerin bei tolino media.
Martina Raschke

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