Schreiben in Serie – 10 essentielle Tipps

Ich liebe Serien und zwar egal ob in Film- oder Buchform. Auch als Autorin habe ich sie für mich entdeckt und zwar schon von meinem ersten Buch an. Was vermutlich auch daran lag, dass es eigentlich eine Serie für das Fernsehen werden sollte. An Buchserien mag ich besonders, dass mir die Welt schon vertraut ist und ich daher mehr Zeit und Energie habe, tiefer in die Psychologie meiner Figuren vorzudringen. Aber Serien haben noch viel mehr Vorteile: Sie sparen mir auch Zeit, da ich meine fiktive Welt nicht immer wieder neu erfinden muss, sondern auf einer Situation, einem Setting und einem Ensemble von Charakteren aufbauen kann.

Für Autoren, die gerne viel und schnell schreiben, sind Buchserien ideal. Meine 10 Tipps für das Schreiben von Serien sind:

 

  1. Finde ein Thema, dass zu einem Serienstoff passt.
    Nicht jedes Thema eignet sich gleich gut für eine Fortsetzung. Zwar kann man fast an jedes Buch einen Folgeband anhängen, aber wenn man mehr als drei Bände plant, dann ist es besser, von vornherein einen Stoff zu wählen, der sich langläufig erzählen lässt. Die Besteigung eines Berges – nicht unbedingt als Serie geeignet. Die Arbeit und das Leben einer Gruppe von Bergsteigern – gut als Serie geeignet.

 

  1. Finde einen guten Ort für deine Handlung.
    Nicht zufällig spielen Serien meist an einem Ort, in einem bestimmten Setting, an das die Handlung immer wieder zurückkehrt. Ein Dorf, eine Firma, eine Familie, ein Theater, eine Zeitung … Etwas, das konstant bleibt und eine Routine erlaubt, innerhalb der sich die einzelnen Serienfolgen/Bände/Geschichten abspielen können.

 

  1. Finde einen spannenden Hauptcharakter.
    Egal, ob der Charakter in jedem Einzelband wechselt oder ein Hauptcharakter im Mittelpunkt der Serie steht, egal ob Krimi- oder romantische Serie, der Hauptcharakter führt den Leser durch sein Leben und zwar – langläufig. Daher muss er sympathisch und interessant sein. Letztendlich bindet sich der Leser an diesen Hauptcharakter.

 

  1. Erschaffe ein starkes Ensemble von Nebencharakteren.
    Serien leben von den Nebencharakteren. Die verrücken, abgedrehten, lustigen, lauten, die Abwechslung in die Handlung bringen. Immer nur der Hauptdarsteller – das kann auf Dauer anstrengend werden. Die Nebencharaktere sollten ein festes Ensemble bilden und nicht ständig wechseln.

 

  1. Denk über eine langläufige Entwicklung für deinen Hauptcharakter nach.
    Das schöne an Serien ist, dass du und deine Leser deinen Hauptcharakter über eine lange Zeit begleiten können. Beginne deine Serie an einem spannenden (Wende-)punkt im Leben deines Hauptcharakters und lass ihn sich langsam weiterentwickeln. Das ist nicht nur realistischer, sondern auch interessanter für deine Leser.

 

 

  1. Plane die Einzelteile /Bände deiner Serie grob vor
    Nicht sicher, was du über mehrere Bände erzählen kannst? Am besten planst du die Bände zumindest grob vor. Dabei ist es egal, ob du …
  • … eine zeitliche Planung vornimmst (immer ein Schuljahr wie bei Harry Potter) oder
  • … in jedem Band einen anderen Charakter des Ensembles vorstellst (Die wilden Fußballkerle) oder
  • … deinen Helden in jedem Band einen neuen Kriminalfall lösen lässt (wie bei Sherlock Holmes).

 

  1. Lass jeden Band mit einem Cliffhanger enden.
    Schließlich willst du, dass deine Leser nach dem ersten Band sogleich Lust und Interesse haben, auch den nächsten Band zu lesen. Ende also mit einer spannenden Stelle oder offenen Frage, die erst im nächsten Band beantwortet wird. Aber achte darauf, dass deine Seriengeschichte in sich geschlossen ist und auch sinnvoll abgeschlossen wird.

 

  1. Wähle Cover, die erkennen lassen, dass das Buch Teil einer Serie ist.
    Manche Autoren verwenden immer das gleiche Covermotiv in Kombination mit unterschiedlichen Farben, andere bleiben bei gleichen Schrifttypen und wechseln das Coverbild aus. (Artikel zur Suche eines Covermotivs) Egal, achte nur darauf, dass jeder weiß, dass dein Buch Teil einer Serie ist. Auf jedes Buch: Erster Band/ Zweiter Band zu schreiben, halte ich für unelegant. Achte lieber darauf, dass im Klappentext oder in der Beschreibung zu deinem Buch ein Hinweis auf die Nummer des Bandes und die Serie auftaucht.

 

  1. Schreib und veröffentliche die Bände deiner Serien in kurzen Abständen.
    Was ist kurz? Nicht jeder Autor ist ein Schnellschreiber. Trotzdem solltest du deine Leser nicht länger als ein Jahr auf deine Fortsetzung warten lassen.

 

  1. Höre auf das Feedback deiner Leser.
    Die Leser bestimmten natürlich nicht, was du schreibst, aber häufig haben sie ein gutes Gespür dafür, welche Charaktere und welche Charakterentwicklungen besonders interessant sind. Nimm die Rückmeldungen deiner Leser ernst, immerhin sind sie im besten Fall noch größere Fans deiner Buchserie als du selbst.

 

Für mehr Schreibtipps lade ich dich auf den Red Bug Culture-Blog ein: www.redbug-culture.com/blog/

 

Zu Katrin Bongard, unserer Gastautorin:

Katrin Bongard wurde in Berlin geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte ging sie ins Filmgeschäft und schrieb Drehbücher. Aus einem Drehbuch entstand auch ihr erster Jugendroman „Radio Gaga“, der 2005 erschien und mit dem Peter Härtling-Preis, dem Preis der Jungen Jury Wien und der Goldenen Leslie des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde. Seither hat sie 20 Bücher für Jugendliche und junge Erwachsene sowie 2 Graphic Novels geschrieben.

Ihre Interessen sind vielfältig. Zusammen mit ihrem Mann (Uwe Carow) leitet sie eine Schauspielagentur sowie das (ebenfalls prämierte) Label Red Bug Books. Zudem ist sie künstlerisch aktiv mit Bildern, Fotos, Installationen und Zeichnungen, die sie auch gerne in ihre Bücher einbindet.

Auf dem Blog ihres Labels Red Bug Books gibt sie wöchentlich Schreibtipps für Autoren.

 

Gastautor

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Hier schreiben Gastautoren für Euch. Unser Anspruch ist es, einen aktuellen und abwechslungsreichen Blog zu bieten. Deshalb freuen wir uns sehr, immer wieder Autoren für uns zu gewinnen. Denn neue Ansichten, Erfahrungen und Wissen kann man nie genug haben. Viel Freude mit unseren Gast-Autoren!
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