Das Camp in der alten Feuerwache

Daniel Schmidt, der Gewinner eines Tickets für das Literaturcamp Heidelberg, hat seinen Besuch für uns dokumentiert und berichtet über diese noch neue Art von Veranstaltung:

Wenn man das Literaturcamp Heidelberg mit wenigen Worten zusammenfassen müsste, dann würde das am besten so gehen: Menschen, die was mit Büchern zu tun haben, treffen sich, diskutieren und referieren über jegliche Aspekte der Literatur und am Schluss hat jeder etwas, was er geistig oder auch materiell mit nach Hause nehmen kann. Dabei bleibt vor allem die Freude an Büchern und all den Menschen, die dahinterstehen, zurück.

Was ist überhaupt ein Literaturcamp?

Nein, es hat nichts mit Campen oder Sitzkreisen in der freien Natur zu tun. Vielmehr fand das Camp in einer alten Feuerwache statt, die so verlassen und belebt zugleich wirkte an diesem Wochenende. Die Veranstaltung in Heidelberg orientiert sich am Barkonzept, das bedeutet, es treffen sich Leute, um Vorträge, sogenannte „Sessions“, zu einem bestimmten Thema anzubieten. Das ist in Deutschland noch relativ neu, jedoch eine gute Möglichkeit, um mit Leuten vom Fach und anderen Interessierten in Kontakt zu kommen. Niemand ist verpflichtet, eine Session zu halten, darf aber jederzeit daran teilnehmen oder auch einfach eine Frage zu einem Thema stellen. Diese werden immer morgens zusammengetragen und am ersten Tag auch bis in die Nacht durchgeführt, unterbrochen von Essen und Kaffee und Kuchen, viel Kaffee. Oberstes Gebot ist dabei, dass man online darüber erzählt und dass so oft und viel wie möglich – wie Heidelberg mit dem Hashtag #litcamp16 schon mal einen guten Start vorgelegt hat!

Bringt das was und was ist für mich dabei?

Fragen stellen ist eines der wichtigsten Dinge beim Literaturcamp und davon gab es genug in Heidelberg. Von der Frage nach einer guten Figurenaufstellung bis hin zum Thema gutes Lektorat und guter Autor, es war von allem etwas dabei und jeder hat etwas gefunden, das interessant war. Vor allem die Blogger kamen nicht zu kurz und wurden des Öfteren in ihrem Wesen erläutert. Ach ja, Sex kam auch vor. Natürlich nur auf dem Papier, was denn sonst. Mir persönlich haben aber die Zwischentöne, neben den ganzen Sessions am besten gefallen. Die Gespräche zwischen den Seminaren und Workshops, die neuen und unterschiedlichen Leute, mit denen man sich unterhält und feststellt, wie viel Autoren und Buchmenschen gemeinsam haben. Und die Diskussionen über die unterschiedlichen Themen der Literatur – wobei da natürlich wieder die Frage aufkam, was denn genau Literatur ist. Aber das ist ein anderes Thema. Ganz besonders gut gefallen hat mir die Session von Autor Selim Özdogan, der über Schreibblockaden geredet hat, aber in einer Weise, die von alltäglicher Problembeseitigung abwich und er dahingehend, dass Kreativität überall und jetzt passiert. Aber auch die Session über Literatur „2.0“, die sich mit der Frage beschäftigte, was denn die nächste Form von Literatur ist, wenn Verlage und Buchformen sich verändern, ob Literatur dann auch die nächste „Stufe der Evolution“ erreicht. Interessante Frage mit ungewissem Ausgang!

Fazit? Literaturcamp 2017!

Nach zwei tollen, aber auch erschöpfenden Tagen bleibt das Gefühl, dass man viel erlebt, aber auch viel verpasst hat. Das Literaturcamp war für mich eine völlig neue Erfahrung und hat mich überrascht und fasziniert. Die neuen Kontakte, die man schließt, sind wertvoll und helfen dabei, seinen eigenen Weg als Autor zu gehen. Es ist die perfekte Möglichkeit, neue Inspiration zu finden und wieder Motivation zu schöpfen, wenn man auf der Suche ist, welcher Weg der richtige ist in der großen Welt der Bücher. Eine Alternative für das vegane Essen wäre trotzdem ganz schön! Da noch nicht alle Fragen geklärt sind, schreit das doch direkt nach einem neuen Hashtag – #litcamp17, oder?                

Gastautor

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